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116. Deutsche Meisterschaften in Berlin

Karoline Degenhardt

Wie dicht Freud und Leid des Sports zusammen liegen, bekam Karoline Degenhardt bei den Qualifikationswetkämpfen zu den Junioreneuropameisterschaften in Berlin zu spüren.

Während die potenziellen Olympiabewerber um die begehrten Athentickets schwammen, gab es für die Junioren (weibl.: Jg 88/89, mänl.: Jg86/87) ein extra Finale um die Fahrkarten nach Lissabon. Hier musste man Erster oder Zweiter werden und die vom DSV gesetzte Richtzeit unterbieten.

Karoline schwamm im für sie wichtigsten Rennen des Jahres über 200m Brust Bestzeit, sie bezwang alle Konkurrentinnen und hatte die Fahrkarte doch noch nicht in der Hand. Mit 2:36,74 min verfehlte sie die Richtzeit des DSV um eine gute Sekunde und musste nun auf den Ausgang des 100m Rennens hoffen. Vor lauter Aufregung gelang der Vorlauf nicht optimal und Karoline fand sich im 100m Brustfinale auf Bahn 1 wieder. Die beiden Hauptkonkurrentinnen schwammen außer Sichtweite auf Bahn 4 und 5.

Die ersten 50m hatte sie das Feld unter Kontrolle, schwamm nebenbei eine Bestzeit über 50m und mußte sich dann auf der Randbahn bis zum Ziel durchkämpfen. Mit 1:13,79 schwamm sie eine eine tolle Zeit, landete aber "nur" auf Rang 3. Nur eine der drei besten Nachwuchsbrustschwimmerinnen erreichte die DSV- Richtzeit, Natalie Krüger aus Bremerhaven hatte es geschafft. Den zweiten Startplatz für Lissabon bekam die Zweitplatzierte des 200m und des 100m Rennens Rebecca Horstmann aus Essen. Hier hatten die verantwortlichen Bundestrainer ihren Entscheidungsspielraum zugunsten der Schnelleren auf der kürzeren Strecke genutzt. Todunglücklich aber sportlich fair gratulierte die Eberswalderin den beiden Nominierten.

In wenigen Wochen (23./24.7) werden als letzter Wettkampf der Saison die deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Hannover ausgetragen. Hier kann Karoline noch einmal zeigen, das jede Juniorin die deutsche Meisterin über 200m Brust werden will, erst an ihr vorbeischwimmen muss.